Die Opitz-Neubauer-Stiftung
Die Opitz-Neubauer-Stiftung ist die Sozialstiftung der Thüringer Feuerwehren. Sie würdigt das außergewöhnliche Engagement der Feuerwehrangehörigen und unterstützt diese sowie ihre Familien in schwierigen Situationen. Die Stiftung steht für Kameradschaft, Solidarität und Verantwortung innerhalb der Feuerwehrfamilie.
Bürgerschaftliches Engagement für Sicherheit
Im Freistaat Thüringen tragen zahlreiche Männer und Frauen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement in den Freiwilligen Feuerwehren maßgeblich zum Brand- und Katastrophenschutz bei. Ergänzt wird dieses herausragende Engagement durch die hauptberuflich tätigen Feuerwehrkräfte, die gemeinsam mit den Ehrenamtlichen für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen. Frühzeitig werden Kinder und Jugendliche in den Thüringer Jugendfeuerwehren an den Dienst am Nächsten herangeführt und lernen Werte wie Verantwortung, Teamgeist und Kameradschaft. Dieses auf Freiwilligkeit basierende System stellt eine zentrale Säule der öffentlichen Sicherheit dar. In seiner Ausprägung ist es international nur selten anzutreffen und verdeutlicht den hohen Stellenwert bürgerschaftlichen Engagements für einen flächendeckenden, leistungsfähigen und wohnortnahen Schutz der Bevölkerung.
Feuerwehrangehörige leisten ihren Dienst häufig im Stillen und ohne große öffentliche Wahrnehmung. Unabhängig von Tageszeit, Wochenende oder Feiertag stehen sie an 365 Tagen im Jahr binnen weniger Minuten bereit, wenn Hilfe dringend benötigt wird – oft unter hohem persönlichem Risiko. Dieses bürgerschaftliche Engagement ist für einen flächendeckenden, wohnortnahen Brand- und Katastrophenschutz in einem Sozialstaat wie Deutschland unverzichtbar und geht weit über rein wirtschaftliche Aspekte hinaus.
Hintergrund
Während eines Brandeinsatzes an einem Futtermittelsilo in Niederpöllnitz im Landkreis Greiz ereignete sich am 15. August 2003 ein schweres Explosionsunglück. Infolge dieses Einsatzes kamen zwei ehrenamtliche Thüringer Feuerwehrangehörige ums Leben, mehrere weitere Kameraden wurden zum Teil schwer verletzt. Das Ereignis erschütterte die Thüringer Feuerwehren nachhaltig.
Die große Anteilnahme und Spendenbereitschaft für die Verletzten sowie für die Angehörigen der getöteten Kameraden führte beim Thüringer Feuerwehr-Verband zu der Erkenntnis, dass Unterstützung nicht auf Einzelfälle beschränkt bleiben darf. Vor diesem Hintergrund reifte die Entscheidung, eine dauerhafte Struktur zu schaffen, um Feuerwehrangehörige und deren Angehörige auch in anderen vergleichbaren Situationen unterstützen zu können.
In Gedenken an die bei diesem Unglück verstorbenen Kameraden Winfried Opitz und Holger Neubauer sowie im Bewusstsein, dass Feuerwehreinsätze trotz aller Sicherheitsmaßnahmen stets mit einem Restrisiko verbunden bleiben, wurde am 24. April 2004 die Opitz-Neubauer-Stiftung gegründet. Sie ist die Sozialstiftung der Thüringer Feuerwehren und fest im Thüringer Feuerwehrwesen verankert.
Die Stiftung steht für Kameradschaft, Solidarität und Verantwortung innerhalb der Feuerwehrfamilie. Sie versteht sich als Ausdruck eines gemeinsamen Selbstverständnisses: füreinander einzustehen – auch über den aktiven Einsatz hinaus.